Die letzte Tour meines Cortina-Aufenthaltes bestritt ich am Nachhauseweg.
Gegen Mittag war ich am Plöckenpass angekommen und keine 30 Minuten später Stand ich vor dem Stollenloch. Da wurde es mir dann auch mal so richtig mulmig... die Öffnung war klein, 1,50 im Durchmesser - und der Stollen zeigt vom ersten Höhenmeter an, was er kann. Es ist ein Schlauch, finster wie die Hölle, 180 Meter lang und 110 Höhenmeter überwindend... wow!
Klingt heftig... ist's aber garnicht. Ausser ein Stahlseil und ein paar Tritteisen ist nichts in dem Stollen - gut, 2, 3 "Fenster" lassen hin und wieder eine Ahnung von Licht herein, aber ohne Stirnlampe wäre man hier wirklich fehl am Platz!
Nach dem Stollen geht's noch ein paar Meter durch Latschen und Büsche hin zum Einstieg in den "Weg ohne Grenzen".
OK, eine Grenze hat der Steig! Die der eigenen Leistung...! Ein Kamin und ein fast senkrechter, trittarmer Riß erfordern die Fähigkeit, einige Klimmzüge zu machen. Wobei die Klammern so weit auseinander sind, dass das wirklich kein Kinderspiel war - selbst mit fast 190 nicht!
Das Ferrata-Buch war auch so montiert, dass sich bestimmt NICHT jeder darin eintragen kann!
Den Gipfel hab ich ausgelassen. Am Weg nach unten hab ich ein paar Schützengräben und Lagerplätze (einer sogar mit Kochstelle) begutachtet. Den Weg hab ich querfeldein abgekürzt, was aufgrund der Steilheit nicht wirklich klug war... Abseits der wege stößt man auch immer wieder auf Kriegsrelikte - Granatsplitter, Munitionshülsen, Gebeine...
Irgendwann traf ich dann wieder auf einen vernünftigen Weg und gelangte so wieder zum Plöckenpass.
p.s.: Fotos dieser und anderer Ferratas stelle ich ein, sobald ich sie digital habe... kann aber noch ein wenig dauern!